1.
Einleitung
Angesichts der globalen ökologischen
Krise durch die zunehmende Umweltzerstörung, dem Abbau von Ressourcen
und der demographischen Entwicklung (Überbevölkerung) wird in allen
Bereichen des gesellschaftlichen Lebens die Notwendigkeit gesehen, verantwortungsbewußte
und vorausschauende Handlungen vorzunehmen, bzw. Eingriffe zu unterlassen,
um weitere Schädigungen zu vermeiden. Durch die Eingriffe
des Menschen in die natürliche Umwelt sind soziale und ökologische Kosten
entstanden, die einen Großteil der heutigen und nachfolgenden Generationen
betreffen. Gefordert wird "Nachweltschutz" und "Langzeitverantwortung"[1].
Um diesen Postulaten gerecht zu werden, wird das aus
der Forstwirtschaft entnommene Prinzip der "Nachhaltigkeit"
auf zahlreiche Themenfelder übertragen und avanciert zum "Schlüsselwort"
der Öko-Debatte.[2] Die
Verwendung dieses Begriffes nimmt inzwischen inflationäre Züge an; das
Leitprinzip der ursprünglichen angelsächsischen Bezeichnung Sustainable-Development
stellt einen schillernden Begriff dar, der sich allmählich zu einer
"Modedroge" der Umweltdiskussion zu entwickeln scheint.[3]
Sogar
die Chemieindustrie wirbt inzwischen mit ganzseitigen Anzeigen "für
eine neue Qualität des Wachstums" durch "Sustainable Development"[4]
und für den Chef von Hoechst stellt diese
Aufgabe gar ein "Schlüsselthema" seiner Unternehmensstrategie
dar.[5]
Die in der ökologischen Debatte mit dem Nachhaltigkeitspostulat
angelegten Ziele sind mit einem weitreichenden Themenspektrum verbunden.
Neben der Ressourcenschonung werden u.a. soziale Fragen sowie globale
Umweltprobleme diskutiert.
Ein aus
philosophischer Sicht prägnanter Aspekt liegt in der Frage der Konsequenzen,
die sich aus der Nachhaltigkeitsdiskussion für die ökologische Ethik
und zukunftsethische Fragestellungen ergeben. Weiterhin ist zu untersuchen,
welche konkreten Maßnahmen verfolgt werden können, um dem Postulat eine
nachhaltige Entwicklung in der Praxis gerecht zu werden.
1 vgl.
Klöpfer 1992, S. 11
2 vgl.
Die Zeit vom 22.7.1994
3
vgl. Grießhammer 1994, S. 30
4
vgl. Frankfurter Rundschau vom 8.10.1994
5
vgl. Daniels/Eglau/Vorholz 1994, S. 17